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Arbeiten mit der Sonne

Datentransparenz als Basis für Energieeffizienz, PV-Eigenverbrauch und Lastmanagement


Im Auftrag von

Die Brugger GmbH Magnetsysteme aus Hardt im Schwarzwald entwickelt und fertigt Permanentmagnetsysteme für Einsatzbereiche von der Windkraft bis zur Medizintechnik. Nachhaltigkeit ist seit vielen Jahren Teil der Unternehmensstrategie. Mit der Mondas-Datenplattform schafft Brugger Transparenz über Stromverbräuche in Fertigung und Gebäude und nutzt belastbare Energiedaten als Grundlage für Investitions- und Optimierungsentscheidungen.

Nachhaltigkeit als Unternehmensstrategie

Brugger ist EMAS-validiert, arbeitet seit 2019 bilanziell CO₂-neutral in den Bereichen Scope 1 und 2 und investiert kontinuierlich in erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Für die nächsten Schritte fehlte jedoch ein konsistenter Überblick darüber, wo in Produktion und Gebäuden tatsächlich wie viel Strom verbraucht wird.

Transparenz statt Annahmen

Das Ziel war klar: Energieverbräuche nicht nur erfassen, sondern verstehen. So sollten die Wirtschaftlichkeit von Einsparinvestitionen belastbar überprüft und bislang unbekannte Einsparpotenziale identifiziert werden können. Heute überwacht Brugger mit Mondas nahezu alle energieintensiven Maschinen, die Photovoltaikanlagen und weitere Verbraucher im Unternehmen.

Der zentrale Mehrwert: Entscheidungen beruhen nicht mehr auf Annahmen, sondern auf kontinuierlich erfassten Daten. Dadurch werden Optimierungspotenziale sichtbar und Maßnahmen können anhand realer Verbrauchsverläufe bewertet werden.

Optimierungsziele

  • Energieverbräuche von Maschinen, Gebäuden und PV-Anlagen transparent machen.

  • Einsparmaßnahmen wirtschaftlich bewerten und unbekannte Potenziale erkennen.

  • Solarstrom durch Lastverschiebung möglichst direkt im Unternehmen nutzen.

  • Lastspitzen erkennen und künftige Speicher- und Automatisierungsstrategien vorbereiten.

LED-Sanierung: Weniger Strom, mehr Licht

Ein besonders anschauliches Beispiel ist die Sanierung der Hallenbeleuchtung. 2023 stellte Brugger mehr als 4.000 m² Hallenfläche auf LED-Technik um. Die anschließend mit Mondas ausgewerteten Energiedaten belegten den Erfolg der Investition: Der Stromverbrauch im betroffenen Hallenbereich sank um rund 50 Prozent, gleichzeitig wurden Lastspitzen reduziert und die Lichtqualität verbessert.

Täglicher Stromverbrauch der Beleuchtung in unterschiedlichen Hallen. Die Datenauswertung macht den Effekt der LED-Umrüstung direkt sichtbar.

Die Datenauswertung machte die Effekte erstmals transparent und bestätigte damit den wirtschaftlichen Nutzen der Maßnahme. Genau diese Verbindung aus Monitoring und Investitionsbewertung ist für Brugger entscheidend.

Datentransparenz ist die erste Pflicht in unserem Unternehmen. Nur so lassen sich fundierte Entscheidungen für Einsparinvestitionen treffen.
Thomas Brugger, Geschäftsführer der Brugger-Magnetsysteme GmbH

Produktion mit der Sonne

Die PV-Anlage auf den Dächern von Brugger leistet 120 kW und erzeugt laut Projektsteckbrief rund 100.000 kWh Solarstrom pro Jahr.

Brugger nutzt die Plattform außerdem, um Energieflüsse zwischen den beiden Werken zu analysieren und den Eigenverbrauch der Photovoltaikanlagen zu optimieren. Dafür werden Lastverschiebungspotenziale hin zu Zeiten hoher Solarstromproduktion untersucht. Produktionsmaschinen können gezielt dort eingesetzt werden, wo mehr selbst erzeugter Solarstrom zur Verfügung steht.

Lasten verschieben, Überschüsse besser nutzen

Besonders bei Gleitschleifer, Regranulierer und Spritzgussmaschine bestehen Potenziale durch eine angepasste Einsatzplanung. Auch Ladevorgänge für Elektrofahrzeuge werden an der verfügbaren PV-Leistung ausgerichtet.

Lastverlauf am Netzanschluss: Nach Produktionsbeginn entsteht morgens Netzbezug, während zur Mittagszeit PV-Überschüsse auftreten können.

Die Daten zeigen ein typisches Muster: Zwischen Produktionsbeginn um 6 Uhr und etwa 9 Uhr wird Strom aus dem Netz bezogen, während zur Mittagszeit Strom eingespeist wird. Als nächster Schritt wird deshalb die Speicherung von mittäglichen und sonntäglichen Überschüssen für den folgenden Vormittag betrachtet – als Basis für die Integration eines Batteriespeichers und weiterführende Lastmanagementstrategien.

Vom Monitoring zur automatisierten Optimierung

Für Brugger endet Energiemanagement nicht beim Dashboard. Die Offenheit der Mondas-Plattform ermöglicht es, Energiedaten über APIs mit weiteren Unternehmenssystemen zu verbinden. Geplant ist beispielsweise, Maschinenlaufzeiten aus Stromdaten abzuleiten und mit dem ERP-System zu kombinieren. So könnten Energiekosten verursachungsgerecht einzelnen Maschinen oder Produkten zugeordnet und Kalkulationen weiter verbessert werden.

Die Mondas-Software warnt mit gelbem oder rotem Signal bei Annäherung an die gesetzte 160-kW-Grenze bei der Anschlussleistung

Dieses schrittweise Vorgehen beschreibt Thomas Brugger als den eigentlichen Mehrwert der Plattform: zunächst belastbare Daten, dann Transparenz und Maßnahmen – und erst darauf aufbauend automatisierte Steuerung und Optimierung.

Projektsteckbrief:

Unternehmen
Brugger GmbH Magnetsysteme, Hardt im Schwarzwald

Anwendung
Energiemonitoring für Produktionsanlagen, Gebäude, PV und weitere Verbraucher

PV-Anlage
120 kW Leistung; ca. 100.000 kWh Stromerzeugung pro Jahr

Lastverschiebung
Potenziale u. a. bei Gleitschleifer, Regranulierer und Spritzgussmaschine

Lastmanagement
Warnung bei Annäherung an die 160-kW-Anschlussleistung

Integration
Offene APIs; geplante Verknüpfung von Energiedaten und ERP-System

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